Hintergrund:
Āyurveda bedeutet übersetzt „das Wissen vom Leben" und ist eine ganzheitlich-medizinische Wissenschaft. Von der WHO anerkannt, wird dieses Medizinsystem in mehreren asiatischen Ländern gleichberechtigt neben der Schulmedizin angewandt. Seit den 1980er Jahren findet er auch in Deutschland zunehmend Verbreitung. Seine Wurzeln liegen in den klassischen Schriften, deren Entstehung auf etwa 1500 v. Chr. datiert wird.
Ziele des Āyurveda:
Āyurveda verfolgt zwei zentrale Ziele: die Erhaltung der Gesundheit sowie die Behandlung und Beseitigung von Krankheit.
Grundlagen des Āyurveda:
Zentrales Element der ayurvedischen Lehre sind die drei Doshas, die als Regulationsprinzipien sämtliche physiologischen und biochemischen Abläufe im Körper steuern. Sie entstehen aus der Kombination der fünf Elemente:
- Vata (Raum und Luft): Bewegung, Regulation
- Pitta (Feuer und Wasser): Stoffwechsel, Wärme, Umwandlung, Farbbildung
- Kapha (Erde und Wasser): Stabilität, Aufbau, Kühlung
Jeder Mensch besitzt alle drei Doshas, jedoch in individueller Ausprägung. Āyurveda-Therapien, Ernährung und Lebensweise werden deshalb stets typgerecht abgestimmt.
Gesundheit beruht auf einem ausgeglichenen Zusammenspiel der Doshas. Gerät eines dieser Prinzipien in den Vordergrund, verändern sich Körperfunktionen, was langfristig zur Entstehung von Erkrankungen führen kann.
Eine weitere tragende Säule ist der Agni, das Verdauungs- und Stoffwechselprinzip. Seine Leistungsfähigkeit bestimmt maßgeblich, ob die aufgenommene Nahrungsessenz über ein Biokanalsystem (srotamsi) zum Aufbau und Erhalt der sieben Körpergewebe (Dhatus) verarbeitet werden kann. Als Endprodukt dieses Prozesses entsteht Ojas, die Essenz der Gewebe, das eine Art Immunsystem darstellt.
Gesundheit im Āyurveda:
Gesundheit entsteht laut Āyurveda durch das Gleichgewicht der Doshas (Vata, Pitta, Kapha), einen gut funktionierenden Stoffwechsel (Agni), ein gesunder Zustand der Körpergewebe (Dhatus), eine funktionierende Ausscheidung (Malas) sowie Klarheit der Sinnesorgane, des Intellekts und der Psyche. Krankheit wird als Störung dieses fein aufeinander abgespielten Zusammenspiels verstanden (Vikriti).
Therapeutischer Ansatz im Āyurveda:
Ziel der ayurvedischen Medizin ist es, Ungleichgewichte frühzeitig zu erkennen und gezielt auszugleichen. Die Behandlung im Āyurveda erfolgt auf allen drei Ebenen ab: dem Körper, dem Geist und der Seele. Das Ziel ist, die innere Balance wieder herzustellen. Durch individuelle Empfehlungen zu Ernährung, Agni-Regulierung, Tagesrhythmus, Gewohnheiten und Lebensführung - angepasst an die persönliche Konstitution, das Lebensalter, die Jahreszeiten und die jeweiligen Lebensbedingungen - ermöglichen häufig bereits einfache Maßnahmen positive Veränderungen.
Zu Beginn der ayurvedischen Betreuung erfolgt ein Erstgespräch mit Erhebung einer detaillierten Anamnese, Puls- und Zungendiagnostik sowie Ganzkörperuntersuchung. Dabei erfassen wir Ihre individuelle Konstitution, bestehende schulmedizinische Diagnosen sowie Ihre Lebensgewohnheiten. Darauf aufbauend entwickeln wir gemeinsam ein individuelles Behandlungskonzept, das unter anderem umfassen kann:
- Ernährungsanpassungen incl. Gewürze, Agni-Regulierung
- Einsatz ayurvedischer Heilkräutertherapie
- Körperübungen
- Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken
- Atemübungen
- Lebensstil- und Verhaltensempfehlungen
- Reinigungsverfahren
- bei Bedarf ergänzende Anwendungen
Gerne stehe ich Ihnen für weitere Fragen persönlich zur Verfügung.